Das Individual Oral, kurz IO, ist eine 15-minütige mündliche Leistung, in der du untersuchst, wie ein globales Problem durch Inhalt und Form in zwei literarischen Werken dargestellt wird.
Das IO besteht aus einem zehnminütigen Vortrag und einem fünfminütigen Prüfungsgespräch.
Das IO zählt im Standard Level 30 Prozent und im Higher Level 20 Prozent zur Gesamtnote.
Das IO wird intern bewertet, indem deine Lehrkraft die Leistung benotet und das IB die Bewertung moderiert.
Du bestimmst den Schwerpunkt durch die Auswahl des globalen Problems, der Werke und der Auszüge.
1. Der Vortrag dauert zehn Minuten
In den ersten zehn Minuten präsentierst du deine vorbereitete Analyse ohne Unterbrechung.
2. Das Prüfungsgespräch dauert fünf Minuten
In den folgenden fünf Minuten stellt deine Lehrkraft Fragen zu deinem Vortrag, deinen Auszügen und den beiden Gesamtwerken.
Zwei Werke bilden die Grundlage des IO
Deine Analyse muss sich auf ein globales Problem konzentrieren.
Du untersuchst zwei literarische Werke, die im Unterricht behandelt wurden.
Eines der Werke muss ursprünglich auf Deutsch verfasst worden sein.
Das andere Werk muss ein Werk in Übersetzung sein.
Für jedes Werk wählst du einen Auszug von höchstens 40 Zeilen aus.
Du verbindest die genaue Analyse jedes Auszugs mit Bezügen zum jeweiligen Gesamtwerk.
Note
Ein direkter Vergleich der Werke ist im IO nicht erforderlich.
Untersuche, wie jedes Werk das gemeinsame globale Problem durch eigene inhaltliche und formale Entscheidungen gestaltet.
Ein globales Problem verbindet weltweite Bedeutung mit lokaler Erfahrung
Ein globales Problem besitzt weitreichende Bedeutung für Menschen in verschiedenen Teilen der Welt.
Es hat eine transnationale Dimension, weil es mehrere Gesellschaften oder Kulturen betrifft.
Seine Auswirkungen sind in konkreten lokalen Lebenszusammenhängen spürbar.
Ein geeigneter Schwerpunkt ist so präzise formuliert, dass du seine Darstellung in beiden Werken nachvollziehbar untersuchen kannst.
Example
Macht und Unterdrückung in politischen oder familiären Strukturen
Identität und Ausgrenzung innerhalb gesellschaftlicher Gemeinschaften
Geschlechterungleichheit und eingeschränkte Selbstbestimmung
Menschenrechte unter autoritären Bedingungen
Technologie und Überwachung im privaten Alltag
Tip
Formuliere dein globales Problem als vollständige Aussage, etwa: „Patriarchale Kontrolle schränkt die psychische Selbstbestimmung von Menschen ein“.
Eine präzise Aussage schafft Klarheit und Fokus für die gesamte Analyse.
Eine klare Gliederung trägt den zehnminütigen Vortrag
1. Die Einleitung legt den Fokus in etwa einer Minute fest
Nenne dein globales Problem in einer präzisen Formulierung.
Stelle beide Werke und Auszüge knapp vor.
Erkläre kurz, wie das globale Problem in jedem Werk hervortritt.
Mache deutlich, welche inhaltlichen und formalen Entscheidungen du untersuchen wirst.
Tip
Halte die Einleitung präzise und knapp.
Übe sie laut, bis du alle notwendigen Informationen in weniger als einer Minute vermitteln kannst.
2. Der Hauptteil verbindet Auszug und Gesamtwerk
Verwende insgesamt ungefähr acht Minuten für die Analyse der beiden Werke.
Plane für jedes Werk ungefähr drei bis vier Minuten ein.
Beginne jeweils mit einer klaren Behauptung über die Darstellung des globalen Problems.
Belege deine Behauptung mit einer kurzen, präzisen Textstelle aus dem Auszug.
Untersuche, wie Wortwahl, Struktur, Ton, Bildlichkeit oder Figurencharakterisierung den Sinn der Textstelle gestalten.
Erkläre die Wirkung der jeweiligen Gestaltungsentscheidung.
Verbinde deine Auszugsanalyse mit einem passenden Moment aus dem Gesamtwerk.
Führe jede Beobachtung auf das globale Problem zurück.
Tip
Ordne deine Analyse als Behauptung, Beleg, Deutung und Verbindung zum globalen Problem.
Beschreibe das Problem knapp und konzentriere dich auf seine literarische Gestaltung.
3. Der Schluss bündelt die Erkenntnisse in etwa einer Minute
Fasse zusammen, welche Einsichten beide Werke in das globale Problem eröffnen.
Zeige, wie die unterschiedlichen literarischen Entscheidungen diese Einsichten prägen.
Beende den Vortrag mit einer begründeten Aussage zur Bedeutung des Problems, die aus deiner Analyse hervorgeht.
Das fünfminütige Gespräch vertieft deine Analyse
Nach deinem Vortrag stellt die Lehrkraft Fragen zu weiteren Stellen aus den beiden Werken.
Eine Frage kann eine genauere Deutung eines Details aus deinen Auszügen verlangen.
Eine Frage kann die Formulierung oder Reichweite deines globalen Problems klären.
Eine Frage kann dich auffordern, eine alternative Interpretation zu prüfen.
Deine Antworten sollen zeigen, dass du die Auszüge und die Gesamtwerke sicher kennst.
Tip
Nimm dir vor einer Antwort einen kurzen Moment zum Nachdenken.
Entwickle eine vorläufige Deutung laut und stütze sie anschließend mit einem konkreten Textbezug.
Korrigiere oder präzisiere eine Aussage, wenn die Frage eine überzeugendere Lesart eröffnet.
Exam technique
Wähle ein globales Problem, das dein echtes Interesse weckt und genügend analytische Tiefe besitzt.
Ein klarer eigener Zugang unterstützt eine engagierte und differenzierte Darstellung.
Wähle Auszüge mit mehreren inhaltlichen und formalen Ansatzpunkten.
Geeignete Passagen ermöglichen die Analyse verschiedener Bedeutungsebenen und Gestaltungsentscheidungen.
Übe deinen Vortrag als mündliche Präsentation.
Lautes Üben verbessert Sprechfluss, Tempo und Übergänge.
Nimm mehrere Probedurchläufe auf.
Die Aufnahme macht Probleme bei Zeitplanung, Ton und Verständlichkeit hörbar.
Kenne die Auszüge und Gesamtwerke im Detail.
Konzentriere dich auf die Frage, wie konkrete Entscheidungen Sinn erzeugen.
Sprich deutlich und verwende deine Notizen als Orientierung.
Vermeide das Ablesen eines ausformulierten Manuskripts und entwickle einen sicheren, natürlichen Vortrag.