Nach ungefähr neun Minuten Analyse führt der Schluss die zentralen Erkenntnisse zu den beiden Werken und zum globalen Problem zusammen.
Ein klarer Schluss erfüllt zwei Aufgaben:
Er verdichtet die Argumentation und stärkt ihren Fokus.
Er verdeutlicht die größere Tragweite des globalen Problems.
Drei Schritte führen zu einem wirkungsvollen Schluss
1. Fasse die Deutung jedes Werkes zusammen
Formuliere für jedes Werk in zwei bis drei Sätzen, wie es das globale Problem gestaltet.
Wähle deine aufschlussreichsten Erkenntnisse aus und vermeide eine bloße Aufzählung.
Erkläre, welche übergreifende Aussage die Gestaltung des Werkes über das globale Problem entwickelt.
Example
In Franz Kafkas *Die Verwandlung* zeigt Gregor Samsas zunehmende Ausgrenzung, wie wirtschaftlicher Nutzen den Wert eines Menschen innerhalb der Familie bestimmen kann.
Die sachliche Erzählweise und Gregors wachsende Passivität machen sichtbar, wie er die fremde Bewertung seiner Person allmählich übernimmt.
In Margaret Atwoods *Der Report der Magd* formen die eingeschränkte Perspektive, die Erinnerungen und die innere Gegenwehr der Erzählerin ein Bild staatlich gelenkter Entmenschlichung.
Offreds Erinnern bewahrt ihre Identität, obwohl das Regime ihren Körper und ihre gesellschaftliche Rolle kontrolliert.
2. Vergleiche die Gestaltung des globalen Problems
Formuliere eine präzise Gemeinsamkeit oder Differenz zwischen den Werken.
Beschränke den Vergleich auf einen bedeutsamen Aspekt, der deine bisherige Analyse zusammenführt.
Example
Beide Werke zeigen die Entmenschlichung durch soziale Machtstrukturen.
Kafka gestaltet Gregors Selbstverlust durch familiäre Ausgrenzung und passive Anpassung, während Atwood Offreds innere Gegenwehr gegen eine staatlich organisierte Unterdrückung hervorhebt.
3. Bewerte die Tragweite des globalen Problems
Schließe mit einem begründeten Gedanken zur Bedeutung des globalen Problems über die beiden Werke hinaus.
Verknüpfe seine gegenwärtige Relevanz mit den Erkenntnissen deiner Analyse.
Beurteile, welches Werk das globale Problem wirkungsvoller gestaltet, und begründe dein Urteil mit einer bereits analysierten Entscheidung.
Example
Die Abhängigkeit menschlicher Würde von sozialem Nutzen oder politischer Macht bleibt angesichts wirtschaftlicher Ausgrenzung und staatlicher Kontrolle gegenwärtig.
Beide Werke zeigen, wie Unterdrückung in familiären Erwartungen, institutionellen Regeln und der allmählichen Übernahme fremder Werturteile wirksam wird.
Konkrete Erkenntnisse geben dem Schluss Gewicht
Ein schwacher Schluss wiederholt den Gegenstand des IO, ohne die Analyse zu verdichten.
Ein wirkungsvoller Schluss verbindet Deutung, Vergleich und Bewertung in einer klaren Gedankenfolge.
Example
Schwacher Schluss: Abschließend behandeln beide Werke das globale Problem und verwenden verschiedene Gestaltungsmittel, um unterschiedliche Perspektiven auf die betroffenen Menschen zu zeigen.
Note
Die Schwächen dieses Schlusses:
Die Aussagen bleiben vage und wiederholen bereits Bekanntes.
Es fehlen konkrete Erkenntnisse zu beiden Werken.
Der Schluss entwickelt keine abschließende Deutung des globalen Problems.
Example
Wirkungsvoller Schluss: Franz Kafkas *Die Verwandlung* und Margaret Atwoods *Der Report der Magd* zeigen, wie soziale Machtstrukturen Menschen ihrer Identität und Selbstbestimmung berauben können.
Kafkas sachliche Darstellung von Gregors zunehmender Ausgrenzung macht einen stillen und verinnerlichten Selbstverlust sichtbar, während Atwoods fragmentierte Ich-Erzählung Offreds fortdauernde innere Gegenwehr gestaltet.
Die Figuren reagieren unterschiedlich, doch beide Werke verdeutlichen die entmenschlichende Wirkung von Systemen, die den Wert eines Menschen an seinen Nutzen oder seine gesellschaftliche Funktion binden.
Atwoods Gestaltung wirkt besonders eindringlich, weil Offreds Erinnerungen die fortdauernde Spannung zwischen äußerer Kontrolle und innerer Selbstbehauptung bewahren.
Note
Die Stärken dieses Schlusses:
Er bündelt die zentrale Erkenntnis zu jedem Werk.
Er vergleicht die unterschiedlichen Gestaltungen des globalen Problems.
Er formuliert eine begründete Gesamtdeutung und eine abschließende Bewertung.
Tip
Der Schluss sollte sich aus deiner vorherigen Analyse ergeben.
Formuliere das globale Problem aus der Einleitung mit neuen Worten.
Verwende eine klare, präzise und sichere Sprache.
Führe im Schluss keine neuen Textbelege oder Analysepunkte ein.