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# Über Lyrik schreiben
Ein Gedicht erschließt sich durch die Verbindung von Sprache, Form und Struktur. Eine Analyse bewegt sich zwischen dem Einzelnen, etwa einem Wort, einer Zeile oder einem Klang, und dem übergreifenden Sinn des Gedichts.
Lies das Gedicht zweimal, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Bei der ersten Lektüre entsteht ein persönlicher Eindruck: Worum geht es, welche Stimmung entsteht, und welche Bilder oder Formulierungen bleiben im Gedächtnis? Bei der zweiten Lektüre untersuchst du, wie die sprachlichen und formalen Entscheidungen diesen Eindruck erzeugen.
Ein analytischer Absatz entwickelt eine These zum Sinn oder zur Wirkung des Gedichts, führt einen konkreten Beleg an und erklärt anschließend, wie die Sprache diese Wirkung erzeugt. Die Deutung bildet den Kern des Absatzes, weil ein benanntes Stilmittel allein noch keine Bedeutung erklärt.
Form ist ein Teil der Bedeutung eines Gedichts. Ein unerwarteter Zeilenumbruch, das abrupte Ende einer Strophe, ein Wechsel des Reims oder eine veränderte rhythmische Bewegung lenkt die Aufmerksamkeit und verändert den Lesefluss.
Die Lyrik
Die Lyrik ist die literarische Gattung, in der verdichtete Sprache, Zeilenbau, Klang, Rhythmus und Bildlichkeit Erfahrungen, Haltungen und Mehrdeutigkeit gestalten.