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*Küche eines alten Hauses, halb ausgeräumt. Umzugskartons auf dem Boden. Die MUTTER (67) wickelt Gläser in Zeitungspapier. Der SOHN (34) steht mit einem Klebebandabroller am Tisch. Später Nachmittag; das Licht wird weniger.*
MUTTER: Das Kompottglas kommt mit.
SOHN: Ihr habt seit zehn Jahren kein Kompott gemacht.
MUTTER *(wickelt es trotzdem ein)*: Es kommt mit.
*(Pause. Der Sohn zieht Klebeband über einen Karton; das Geräusch ist sehr laut.)*
SOHN: Du kannst jederzeit anrufen. Es ist eine gute Wohnung. Aufzug, Balkon –
MUTTER: Ich weiß, was es ist.
SOHN: Mama.
MUTTER: Dreiundvierzig Jahre. *(Sie sagt es nicht ihm; sie sagt es dem Fenster.)* Dein Vater hat die Leiste da selbst gesetzt. Sie ist schief.
SOHN *(sieht zur Leiste; sie ist schief)*: Ich hab's nie gemerkt.
MUTTER: Man merkt es nur, wenn man es weiß. *(Sie reicht ihm das eingewickelte Glas.)* Vorsichtig.
SOHN: Es ist leer, Mama.
MUTTER: Nichts hier ist leer.
*(Er hält das Glas einen Moment zu fest. Dann legt er es in den Karton, zwischen die Handtücher, sehr langsam.)*
SOHN *(faltet den nächsten Karton auf)*: … Erzählst du mir von der Leiste?
*(Die Mutter wickelt weiter. Aber sie wickelt langsamer.)*